Gehälter im Handwerk 2026: Was Anlagenmechaniker und KFZ-Mechatroniker wirklich verdienen
Erschienen im Echte-Jobs-Ratgeber | Lesezeit: ca. 6 Minuten
Warum Zahlen besser sind als Bauchgefühl
„Gute Bezahlung" steht in fast jeder Stellenanzeige – und sagt trotzdem nichts. Wer sich für eine Ausbildung oder einen Jobwechsel im Handwerk interessiert, will wissen: Was kommt am Ende wirklich aufs Konto? Wir haben die aktuellen Zahlen für zwei der gefragtesten Berufe zusammengetragen, die auch bei echte.jobs regelmäßig gesucht werden: Anlagenmechaniker und KFZ-Mechatroniker.
Anlagenmechaniker SHK: Was die Ausbildung und der Einstieg bringen
Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik dauert dreieinhalb Jahre und wird tariflich vergütet. Üblich sind rund 724 Euro brutto im ersten, 800 Euro im zweiten, 950 Euro im dritten und 1.100 Euro brutto im vierten Lehrjahr – die genaue Höhe hängt vom Tarifgebiet und Bundesland ab. Grundlage ist meist der Tarifvertrag SHK, ausgehandelt zwischen dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und der IG BAU.
Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt üblicherweise zwischen 2.840 und 3.000 Euro brutto im Monat. Mit wachsender Erfahrung ist ein Anstieg auf rund 3.600 Euro brutto realistisch, tariflich bewegt sich der Stundenlohn je nach Bundesland und Erfahrungsstufe zwischen 18 und 28 Euro. Am besten bezahlt wird meist in Süddeutschland – Bayern und Baden-Württemberg – sowie in wirtschaftsstarken Metropolregionen.
KFZ-Mechatroniker: Große regionale Unterschiede
Beim KFZ-Mechatroniker lohnt sich ein genauer Blick, denn hier gibt es keinen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag – die Konditionen werden regional zwischen Kfz-Innungen und Gewerkschaft ausgehandelt. Das zeigt sich schon in der Ausbildungsvergütung: Während ein Tarifgebiet im ersten Lehrjahr rund 770 Euro brutto zahlt, liegt das Kfz-Gewerbe NRW mit 1.070 Euro deutlich darüber. Bis zum vierten Lehrjahr wachsen beide Modelle auf rund 910 bis 1.305 Euro brutto.
Nach der Ausbildung pendelt sich das Einstiegsgehalt meist zwischen 2.500 und 2.940 Euro brutto ein. Mit Berufserfahrung und in den richtigen Bundesländern wird daraus deutlich mehr: Baden-Württemberg zahlt im Schnitt 3.674 Euro brutto, Bayern 3.606 Euro, Hessen 3.511 Euro und Hamburg 3.492 Euro. Wer den Meister macht oder in Richtung E-Mobilität spezialisiert, kann noch einmal spürbar zulegen – Wärmepumpen, Photovoltaik und Elektrofahrzeuge zählen laut ZDH zu den Bereichen mit dem größten Fachkräftebedarf im Handwerk.
Was sich bei Gehaltsangaben in Stellenanzeigen gerade ändert
Ein Nebenschauplatz, der für Bewerber zunehmend wichtig wird: die EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Sie verpflichtet Arbeitgeber europaweit dazu, eine Gehaltsspanne bereits in der Stellenanzeige oder spätestens im ersten Gespräch zu nennen, und verbietet die Frage nach dem bisherigen Gehalt. Deutschland hat die eigentliche Umsetzungsfrist (7. Juni 2026) verpasst, ein nationales Gesetz steht noch aus – nur öffentliche Arbeitgeber sind bereits direkt gebunden. Für private Betriebe ist es aktuell noch keine feste Pflicht, aber absehbar, wohin sich der Markt bewegt. Betriebe, die schon jetzt freiwillig mit Gehalt in der Anzeige werben, heben sich ab – und genau das zeigt sich auch in der Praxis: Ehrliche, konkrete Angaben zu Gehalt und Arbeitsbedingungen erhöhen nachweislich die Zahl passender Bewerbungen.
Fazit: Handwerk zahlt besser, als viele denken
Ob Anlagenmechaniker oder KFZ-Mechatroniker: Wer die Ausbildung durchzieht, verdient von Anfang an mehr als in vielen Bürojobs mit vergleichbarer Qualifikationsdauer – und hat danach spürbar Luft nach oben, besonders mit Weiterbildung, Spezialisierung oder einem Wechsel in ein starkes Bundesland. Bei anhaltendem Fachkräftemangel verhandelt es sich zudem leichter als noch vor ein paar Jahren.
Aktuelle Stellen als Anlagenmechaniker SHK und KFZ-Mechatroniker findest du direkt auf echte.jobs, dazu weitere Jobs im Handwerk. Bist du Betrieb und suchst Fachkräfte? Jetzt kostenlos inserieren.
Quellen:
- Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH): Fachkräftesicherung im Handwerk
- Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK): Tarifvertrag SHK
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: EU-Entgelttransparenzrichtlinie
mit KI-Unterstützung erstellt, redaktionell geprüft